Gerd Fleischmann [Online]

October 9, 8:30am - 10:00am CEST. Hosted at BER | Transit | Zoom

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About the speaker

Gerd Fleischmann (geb. 1939 in Nürnberg), Typograf, Ausstellungsgestalter, Professor am Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld.

Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, der Hochschule der Künste Berlin bei Ludwig Gabriel Schrieber, Fred Thieler, Willem Hölter, Walter Hess und Heinz Hajek-Halke und an der Freien Universität Berlin bei Karl Peter Grotemeyer.

Projekte u. a.: Großgörschen 35; bauhaus: schrift, typografie, reklame; Auktionshaus Schoppmann & Partner; Köln im Nationalsozialismus (Architekt Peter Kulka); inro – A Key to the World of Samurai (Sammlung Kress); Roger Anger – Research on Beauty (Anupama Kundoo); Industrie und Holocaust. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz (Autorin Annegret Schüle); Tschichold – na und?; Billy Al Bengston (Hans Neuendorf)

Additional details

Charlottengrad. Der Ursprung der Neuen Typografie

Nach der Oktoberrevolution 1917 und in den Wirren des Bürgerkriegs flüchteten viele Russen nach Berlin. Deutsche Intellektuelle, Künstler und Architekten sahen in der sowjetischen Revolution und einer sozialistischen Gesellschaftsordnung einen Weg aus der Not der Massen im Deutschen Reich.

Fast zeitgleich mit Beginn der Novemberrevolution 1918 entstanden linke Künstlervereinigungen. Am bekanntesten wurde die ,Novembergruppe‘, die Bruno Taut im Dezember 1918 gegründet hat. Der Nachfolger Walter Gropius gliederte sie in den ,Arbeitsrat für Kunst‘ (AfK) ein, der von Januar 1919 bis Mai 1921 bestand.

Alle, die in der Kunst- und Kulturszene Anfang der 20er Jahre eine Rolle spielten, trafen sich in Berlin: El Lissitzky, Ilja Ehrenburg, Wladimir Majakowskij, László Moholy-Nagy, Kurt Schwitters, Wassily Kandinsky, um nur einige zu nennen. Wer aber wen wann wo getroffen hat, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Moholy-Nagy hatte ein offenes Atelier und Antennen für alles, was neu war. Mit seinem Aufsatz im Buch zur großen Bauhaus-Ausstellung in Weimar 1923 gab er der ,Neuen Typographie‘ ihren Namen – ohne aber Alexej Gan, El Lisitzky, Wladimir Tatlin, Kasimir Malewitch oder die Zeitschrift Vešč–Gegenstand–Objet zu erwähnen.

In seinem CreativeMornings-Beitrag zeigt Gerd Fleischmann, woher die ›Neue Typographie‹ kam und wes Geistes Kind sie war.