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Seit rund 35 Jahren engagiert sich Anni Lanz auf migrationspolitischer und rechtlicher Ebene fĂŒr Menschenrechte und verliert mit wenigen Ausnahmen regelmĂ€ssig bei Abstimmungen. Sie nahm uneingeladen an zahlreichen Vernehmlassungen teil und kĂ€mpfte im Verbund mit anderen um die Anerkennung von Rechtsgleichheit aller Menschen, unabhĂ€ngig von Geschlecht und Herkunft.
«Medial und politisch ist das zuweilen ein unbequemes und frustrierendes Unterfangen, obwohl sich das Anliegen aus ethischen GrĂŒnden aufdrĂ€ngt. Der Kampf um Minderheitenrechte erregt in der Regel erst dann mediales Interesse, wenn er gegen geltende Gesetze gefĂŒhrt wird. Gesetzliche Bestimmungen sind letztendlich auch ein Mehrheitsprodukt von Politikern, die wiedergewĂ€hlt werden wollen. So z. B. bei Salvinis Dekreten und den Seenot-Rettungs-Aktionen: Das Recht auf Leben und Sicherheit eines jeden Menschen soll mit der Rettung geschĂŒtzt werden, unabhĂ€ngig davon, ob die zu Rettenden sympathisch, legal, europĂ€isch, wohlhabend etc. sind. Wer dieses Recht verletzt, mĂŒsste aus dieser Sicht zur Rechenschaft gezogen anstatt, dass die Retter*innen kriminalisiert werden.
WĂŒrde man aber ĂŒber die Seenotrettung abstimmen, wĂŒrde sie in Italien und in anderen LĂ€ndern abgelehnt. Die Mehrheit verwirft die Minderheitsrechte kategorisch, wenn sie ihren Besitzstand bedroht sieht. Wie gehen wir und unsere Gegenspieler mit diesen offensichtlichen WidersprĂŒchen zwischen Demokratie und Rechtsgleichheit um? Wie sind erfolgte DurchbrĂŒche, z. B. beim Frauenstimmrecht, möglich geworden?»
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