
Alles begann mit einem Pitch. FĂŒnf Agenturen wurden eingeladen, ihre Ideen fĂŒr ein neues Corporate Design des Kölner Ensembles Musikfabrik vorzustellen. Ziemlich viele verschiedene Optionen, dachten Matthias Frey und Alex Ginter von der Wiesbadener Designagentur Q. Und entschieden sich, nicht wie sonst ĂŒblich zwei oder drei verschiedene VorschlĂ€ge einzureichen, sondern nur genau einen - den perfekten: Alles auf eine Karte, alles oder nichts. Am Ende war es dann alles statt nichts, denn den Auftrag haben sie bekommen. Wie das genau geklappt hat, haben uns die beiden Kommunikationsdesigner beim CreativeMorning Cologne am 20. Oktober im studio dumont unter dem Monatsmotto “Crossover” erzĂ€hlt.
Das Ensemble Musikfabrik spielt Neue Musik, eine Musikart, die sich nicht um bestehende Konventionen und Regeln schert, sondern einfach nur sich selbst folgt. Das Ensemble besteht aus 15 Musikern, die auf klassischen sowie selbstgebauten Instrumenten spielen. Neue Musik ist kein Mainstream. Sie fordert die eigene Wahrnehmung heraus und verÀndert sie. Das muss auch das neue Corporate Design widerspiegeln, fanden Matthias und Alex.
Und das kam beim Ensemble an. Nach der Zusage wurde das Team aber erstmal zum âGrillenâ eingeladen. Gegrillt wurden aber nicht Bratwurst und Co., sondern die Designer. Denn trotz Zuschlag war die Kritik verheerend: âDas Bildkonzept ist furchtbar!â âDas Logo fehlt!â âEine Mischung aus Zerstörung und technischer Inkompetenz!â Am Ende wurde aber 99 Prozent des Orginialdesigns so belassen wie es war. Wie haben Matthias und Alex diese Kehrtwende hinbekommen?
Um es mit dem amerikanischen Grafikdesigner Tibor Kalman zu sagen: âRules are good. Break them - good designers make trouble.â FĂŒr Matthias, Alex und ihre Kollegen war klar, dass dieses Corporate Design Konventionen brechen musste, um zu ĂŒberzeugen. Es ist wie die Neue Musik selbst: âAm Anfang wirkt es irgendwie falsch und seltsam. Aber dann fĂ€ngst du an, darĂŒber nachzudenken. Und plötzlich erkennst du den Rhythmus.â
Das spiegelt sich auch in der Bildsprache wieder. Die Logik: Neue Musik ist neu. Sie ist sozusagen so neu, dass sie noch eingepackt ist. Das Q-Team entwickelte ein Bildkonzept, in dem Menschen und Instrumente verpackt sind: In Papier, in Klebefolie, in Plastik. âDas schafft eine völlig surreale Welt,â erklĂ€rt Alex. âErst verstehst du nicht, was da los ist. Du musst darĂŒber nachdenken und hinschauen. Genau wie in der Musik.âÂ
Das neue Design spiegelt sich nicht nur im Logo wider, sondern auch in BroschĂŒren, Postern, Website und CDs. âWir wollen nicht, dass das Design wie Werbung wahrgenommen wird, sondern wie Kunst!â sagen die beiden. Sie planen fĂŒr die Zukunft, auch gröĂere Objekte zu gestalten, die auf Bahnhöfen oder vor der Kölner Philharmonie stehen könnten. Also Kölner: Gespannt sein und Augen offen halten.Â
Du hast unseren letzten CreativeMorning verpasst? Kein Problem, hier kannst du dir den gesamten Vortrag von Matthias und Alex noch einmal ansehen. FĂŒr Bilder geht es hier entlang.
Ăber den nĂ€chsten Vortrag informieren wir dich in KĂŒrze hier auf dem Blog. Das Novemberthema ist Chance. Wenn du nichts verpassen möchtest, melde dich doch fĂŒr den Newsletter an oder folge uns auf Facebook und Twitter.