Schwestern von gestern
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Wenn ich sage, nicht nur die Musik ist die gestaltete Kunst, sondern das ganze Paket, wie ich eine Wirkung erzeuge, dann rede ich von Popmusik.
In der Romantik ging es los, dass es Musikstars gibt, Leute, deren Ruf ihnen vorauseilt, und wenn man denkt, da kommt er, ist das beeindruckend, ohne dass man das Stück vorher hören muss.
Das Namengeben von Stücken ist der erste Schritt in Richtung Popmusik.
Dvorak hat prophezeit, dass die schwarze Musik die Musik im 20. Jahrhundert dominiert, und ich finde, er hat recht gehabt, aber er hat natürlich nicht geahnt, auf welche Weise das passiert.
Pop beginnt, wenn man die Musik nicht nur für sich selbst sprechen lässt, sondern die Assoziation der Zuhörer mittriggert und mitbestimmt und mitinszeniert.
Klassische Musik basiert auf Variation und Entwicklung. Man kann etwas wiederholen, aber beim dritten Mal wird’s langweilig. Aber man kann auch gerade durch Wiederholung Musik machen.
Pop konnte entstehen, weil in Amerika Menschen zwei völlig verschiedene Denkweisen, die traditionelle europäische Musik und die traditionelle afrikanische Musik, kombiniert und etwas neues daraus gemacht haben.
Der Saal ist bestuhlt, ich ziehe einen schwarzen Anzug an, die Leute tanzen nicht, sondern sie hören zu und machen die Augen dabei zu und dann schreiben alle: „Tekkno trifft Klassik“
Mozart hat nicht nur Don Giovanni, sondern auch die Zauberflöte geschrieben. Heute wäre das so, wie wenn einer eine Oper schreibt für die Oper Köln, und kurz danach schreibt er ein Stück für Walter Bockmeiers Gala-Theater, das „Dicke Prumme, lange Murre“ heißt.